Auszüge(Der Zeugenmacher)

"Im Theater wurde es nach langem Zuwarten endlich dunkel. Die letzten Stimmen des aufgeregten Publikums verstummten und es vergingen nur noch wenige Augenblicke bis der purpurrote hauchdünne Vorhang, der den Nachthimmel darstellte und bis zur Undurchsichtigkeit mit Wolken bemalt war, sich langsam zu öffnen begann".

"Maries Augen scheinen mir immer ein Geheimnis zu verraten. Sie verbergen ein Mysterium. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich ihre Augenpartie minutenlang ununterbrochen betrachten kann, so als ob ich verzweifelt versuchen würde, ein Rätsel zu lösen. Dabei denke ich unzählige Male, wie sehr ich sie begehre. Ihre Gesten sind geschmeidig, ihr Körper zartgliedrig, selbst ihre widerspenstigen braunen Haare, von denen stets eine Strähne auf ihre rechte Wange fällt, sind für mich die sinnlichsten Haare, die eine Frau haben kann".

"Ich musste an einen Satz von Theodor W. Adorno in Minima Moralia denken: Kunst ist Magie – befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein. Das Gericht ähnelt einem Theater, einem Schauspielhaus: Die Verteidiger, der Staatsanwalt, die Richter, ja sogar der Angeklagte und die Zeugen spielen eine Rolle, eine zumeist vorgegebene Rolle".